Aktuelle Schreibwaren frisch aus der Tastatur

Das Hemd.

Es ist schon ein äußerst unangenehmes Gefühl, wenn man die aktuellen kulturellen Codes nicht mehr versteht und daher völlig unsicher ist, ob etwas cool oder nur blöd ist. Neulich beobachtete ich einen jungen Mann, der trug ein T-Shirt mit Aufschrift. Nun sind T-Shirts schon seit Jahrzehnten die Plakatwände des kleinen Mannes, sie werben für „Bier formte diesen schönen Körper“, „Atomkraft, nein danke“ und für Hunderte von Vereinen oder Musikformationen. Auf diesem Hemd stand dagegen nur „Abercrombie & Fitch“, genau in der Mitte in ganz normalen Buchstaben. Es ist der Name des Unternehmens, in dessen Auftrag jemand das Kleidungsstück genäht hat, soviel verstehe ich schon. Aber warum trägt jemand ein – übrigens völlig unscheinbares – T-Shirt, dessen einziger Schmuck der Name des Herstellers ist? Läuft da vielleicht unsere Identifikation mit Marken Amok? Den Hersteller wird es freuen, wenn sich jemand so inbrüstig zu seinem Produkten bekennt. Doch was will uns der junge Mann damit sagen? Ist das Ironie? Yuppietum? Satanismus? Oder einfach blöd? Ich jedenfalls habe die Botschaft nicht entschlüsseln können.

28. September 2011

Die BUNTE Sprache

Das ist mein Baby • ihre neuen Nachbarn sind reich und berühmt • das glücklichste Prinzenpaar Europas • Liebesgeflüster der Woche • der rührende Dank an seine Söhne • ich will einen mit Haaren auf der Brust • im Frühling sind sie zu dritt • so strahlen die Royals im Glück • ein amerikanischer Traum • nach dem Fall kam die Abrechnung • schlank & barfuß • diesmal noch Brautjungfer • ein Hollywood-Märchen • Geheimzeichen am Traualtar • ist er nicht süß, unser Kleiner • mit der Kutsche geht’s durchs Paradies • London, Monaco – und jetzt Potsdam • die Liebe machte aus ihr ein Kronjuwel • mit acht schon ganz die Mama • ein Fürstenpaar und seine Welt • alles echt bei den Ladys • vom Strand zum Shopping • rotzfrecher Visionär • noch schneller zu den Stars • wann ist ein Mann ein Mann • Paradies in Flammen • der Tag, an dem unsere Sigrid starb • Events der Woche • Endspurt der Festival-Society • Promi-Party für’s Traumschiff • Golf? Muss nicht sein • göttliche Stimmen • goldige Party • Society-News • Musik-Feuerwerk • aus Trauer wird Stärke • Könnten Sie auf High Heels verzichten? (Alle Zitate aus BUNTE Nr. 35, 2011)

11. September 2011

Als ich Marius traf.

Das ist MarioDas Bild stammt von der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Was ist es eigentlich, das Prominente so besonders macht? Ich meine, der Mann macht seinen Job, ich mache meinen, was ist der große Unterschied? Jedenfalls musste ich ihn fotogarfieren, nur weil ich sein Gesicht kannte.

Selbst eine Bekannte, die ich auf den ersten Blick für völlig immun gegenüber der Prominitis gehalten hatte, freute sich, als wir Jürgen Gosch trafen. Es scheint so zu sein, dass diese Leute diejenigen adeln, die sich in ihrer Nähe befinden. Wer außer mir fühlt sich dabei an Ludwig XIV. und seinen Hofstaat erinnert? Und übrigens: Die Promis mögen ihren Prominismus auch nicht immer, oft schirmen sie sich ab hinter Hecken, Mauern und Bodyguards.

(In einer älteren Version dieses Blogposts hieß Marius noch Mario. Thies hat es bemerkt. Danke!)

08. September 2011

Ein Bild von einem Text.

1.MaiKlar, ich spiele noch ein bisschen ‘rum mit meinem neuen Blog. Ich habe mir allerdings – wie jeder Blogauthor – fest vorgenommen, hier regelmäßig über Texte, Ideen und Erkenntnisse aus meinem Alltag zu berichten.

Und mit diesem schönen Bild fange ich jetzt an. Man sieht sofort, was viele gute Texte ausmacht: die prägnante Form, der positive Klang und der auffordernde Charakter!

08. September 2011

Ideen sind scheue Wesen.

Es ist nicht so, dass meine Ideen den ganzen Tag nur so sprudeln, nur weil ich Texter bin. Ich erlebe sie als kleine scheue Wesen, die sich meistens ganz in der Nähe verstecken. Wenn man laut schreit oder jede Art von Stress macht, rutschen sie nur tiefer unter einen schützenden Busch – oder unter das Sofa, je nachdem, was da ist. Was man tun muss: Ideen aus dem Versteck hervorlocken. Eine der besten Arten, das zu tun, ist mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Deshalb sind Brainstormings unter Kreativen so beliebt.

Wenn die Atmosphäre gut und freundlich ist, wagt sich meist die neugierigste Idee unter dem Sofa hervor. Folgendes Vorgehen ist angeraten: Man begrüsst man sie überschwenglich, hütet sich vor jeder Kritik und macht sich an die Umsetzung. Jetzt werden nämlich all die anderen scheuen Biester eifersüchtig. Sie wollen auch mit aufs Plakat, sie wollen auch umgesetzt werden! Oder um es weniger bildhaft auszudrücken: Ideen kommen am liebsten dann, wenn man sich bereits für eine andere entschieden hat.

08. September 2011

Hurra! Die neue Website ist da!

Mein BlogEin neuer Erdenbürger wächst neun Monate heran, bevor er das Licht der Welt erblickt und der Rest der Menschheit ihn bestaunen kann. Diese neue Website hat weitaus länger gedauert, was nicht an der fließigen Doerthe Schmidt von Elbgrafik.de liegt, sondern an meinem langen Zaudern, ich geb’s ja zu. Jetzt bin ich stolz auf das Ergebnis. Wer also meint, es sei zu bunt, zu groß, zu was auch immer geworden, dem sei versichert, genauso wollte ich es haben.

08. September 2011

Internet: Ja oder nein?

Gestern habe ich mir das betahaus in Hamburg angesehen. Erstens, weil ich in der Zukunft sicher auch mal dort vernetzt arbeiten will, und zweitens, weil hier eine interessante Diskussion angesagt war. Zwei Autoren des Wochenblatts DIE ZEIT stellten ihr Buch über die Gefahren des Internets vor, die sich ihrer Meinung nach in den letzten Monaten potenzierten. Als Moderatorin saß ihnen SPIEGEL Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert gegenüber, die für kritische Fragen sorgte und Auskunft über ihre persönliche Art, Bankgeschäfte zu tätigen, gab. Der Saal war voll mit vielen jüngeren Leuten, die ihr Geld im Internet verdienten und sich manchmal nur wundern konnten, was manche Printjournalisten und Normalbürger einfach nicht drauf haben an Net-Wissen. Vor und nach der Veranstaltung lief ein netter Herr mit einer Video-Camera herum, der die Besucher fragte, ob sie das Internet eher positiv oder eher negativ sehen würden. Eine gute Frage, meine ich, und versuche gleich mal eine Antwort: „42!“

06. September 2011